Posts mit dem Label A1 Viennale Somewhere Sofia Coppola Stephen Dorff Chris Pontius Elle Fenning werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label A1 Viennale Somewhere Sofia Coppola Stephen Dorff Chris Pontius Elle Fenning werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 11. November 2010

Somewhere

Vater sein ist nicht so schwer, das Star-Dasein hingegen sehr: Sofia Coppolas vierter Film beschäftigt sich mit dem Leben eines Hollywood-Schauspielers, das auf den Kopf gestellt wird, als er für ein paar Tage auf seine elfjährige Tochter aufpassen muss. Stephen Dorff spielt den allseits begehrten Superstar Johnny Marco, der sich die Zeit mit willigen Frauen und schnellen Sportwagen vertreibt - und bald einsehen muss, dass sich unter dem schönen Schein der Glitzerwelt, in der er lebt, nichts als Leere verbirgt.





"Somewhere" beginnt mit dem Blick auf eine Autorennstrecke. Ein schwarzer Sportwagen rast vorbei. Er fährt rechts außerhalb des Bildes um die Kurve und weiter hinten wieder in die andere Richtung. Dann macht er noch eine Kurve, wieder außerhalb unseres Sichtfeldes. Eine laaange Kurve. Dann rast das Auto erneut durchs Bild. Ein Mal geht das so. Zwei Mal. Drei Mal. Spätestens bei der vierten Runde ist klar, was hier gespielt wird: Sofia Coppola hat einen langsamen Film gemacht. Einen "visuellen" Film nennt es ein Besucher später im Foyer. Doch das ist zu viel der Ehre für "Somewhere", denn visuell im Sinne von ästhetisch innovativ oder ansprechend ist Coppolas vierte Regiearbeit nicht. Vielmehr mangelt es an einer Geschichte, an vielschichtigen Charakteren, an irgendetwas, das den Blick vom rein Bildlichen ablenken würde. Mit viel Wohlwollen könnte man behaupten, dass Coppola damit die innere Leere ihrer Hauptfigur unterstreicht, doch das allein ist bei weitem nicht genug für einen interessanten Film, dessen Themen - die Einsamkeit des Superstars, die stille Verzweiflung hinter der glamourösen Fassade - in Britney-Spears-Videos bereits überzeugender aufgearbeitet wurden. Auch ein Soundtrack voll hipper Indie-Bands kann Coppola diesmal nicht retten. Stephen Dorff ist im 90er-Jahre-Schlabberlook mit schwindendem Haaransatz und seiner mediokren Filmographie im echten Leben so gar nicht glaubhaft als A-Schauspieler Johnny Marco. Was Jackass Chris Pontius in diesem Film zu suchen hat, bleibt ohnehin ein Rätsel. Einzig die elfjährige Elle Fanning liefert eine respektable darstellerische Leistung. Ansonsten ist "Somewhere" leider Zeitverschwendung. Definitiv nicht der Film, mit dem Coppola ihren letzten Schnitzer, "Marie Antoinette", vergessen machen kann.